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gelitin
 
Arc de Triomphe
Rupertinum, Salzburg, Austria
2003
soloshow
 
7 meters tall fountain: wood, furniture, steel, 2000 kg plasticine

""Arc de Triomphe" heißt das Werk - und in der Tat, es verbildlicht, wie die große Sehnsucht nach dem ästhetischen Triumph über den Körper übertroffen wird vom ästhetischen Triumph mit dem Körper. Diese Ästhetik erschließt sich nicht aus der reinen Anschauung, der Mann ist wirklich nicht einfach nur schön. Doch sein Bemühen und Gelingen verdienen Bewunderung. Er vermag seine Triebe in den Dienst seiner Gedanken zu stellen. Es liegt auf der Hand, dass aus einem erschlafften Glied schwerlich ein gezielter Triumphbogen zu lassen ist, das kann jeder Ballistiker bestätigen. Die Konzentration auf die Erregung, die sich aus dem Fortpflanzungsdrang speist, muss aufrechterhalten werden - sie muss in Kameradschaft bestehen neben der Konzentration, die nötig ist, den restlichen Körper rückwärts eine Brücke schlagen zu lassen - also eine Stellung einzunehmen, die nicht besonders geeignet ist, nachfahrenschaftlich tätig zu werden. (Doch solcher Zweck offenbart sich ja auch nicht prompt aus den im Kamasutra verzeichneten Leibespositionen.) Es findet die Verschaltung von Sport und Lust statt, womit der heutigen Zeit und ihrer Forderung nach derart gekoppelter Leistung Rechnung getragen wird.

Aber das ist noch nicht alles. Der eigentliche Triumph besteht darin, das Paradox von Selbstbeherrschung und Triebbefreiung zu seiner Auflösung zu führen, den Kampf von Über-Ich und Es im Unentschieden enden zu lassen und so das Ich der Figur hervortreten zu lassen - als ein in die Welt gesetztes Subjekt, das durch sein besonderes, virtuos-treffliches Tun die Bestätigung seines Daseins in der Wahrnehmung durch die anderen findet. Diesem Wollen, diesem Sehnen sind die Künstler von Gelatin durch Werk und Wirbel ein deutliches Stück näher gekommen." von Ulrich Seidler, Berliner Zeitung, Feuilleton, 1. August 2003
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copyright by Museum der Moderne Salzburg
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copyright by www.mosabuam.com
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